Nachrichten zu unserer Arbeit - Nachhaltiger Textileinkauf für den Privatsektor

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Vom Workshop zur Veränderung: Wie „Fair Wear Works“ nachhaltigen Textileinkauf vorangebracht hat

Soziale und ökologische Kriterien im Textileinkauf sind ein zentraler Hebel für eine nachhaltige Transformation. Das Projekt „Fair Wear Works“ hat gezeigt, wie Akteur*innen aus Gesundheitswesen, Sport und Hochschulen diesen Anspruch konkret in die Praxis überführen können.

Nachhaltiger Textileinkauf in der Praxis

Mit dem Projekt „Fair Wear Works“ haben FEMNET e. V. und der Global Nature Fund Akteur*innen aus den Zielgruppen Sport, Gesundheitswesen und Hochschulen dabei unterstützt, nachhaltige Textilbeschaffung praktisch umzusetzen. Im Fokus standen dabei nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch soziale Herausforderungen entlang globaler Lieferketten. Durch Workshops, Bildungsmaterialien und Vernetzungsformate wurde praxisnah vermittelt, wie Nachhaltigkeitskriterien in Einkaufsprozesse integriert werden können – von der Auswahl geeigneter Textilsiegel bis hin zur strategischen Verankerung im eigenen Arbeitskontext.

Vom Impuls zur konkreten Veränderung

Dass diese Ansätze Wirkung zeigen, verdeutlicht ein Beispiel aus dem Gesundheitswesen:
„Ein konkretes Ergebnis daraus war der Start einer Produktlinie mit GOTS-zertifizierten Artikeln in unserem Shop für den Gesamtverband, darunter T-Shirts und Fleecejacken. Diese Produkte werden bereits sehr gut nachgefragt und zeigen, dass nachhaltige Alternativen auch innerhalb unseres Verbandes auf großes Interesse stoßen.“, so Eva-Maria Hansel, Referentin für Nachhaltigkeit beim Arbeiter-Samariter-Bund. Auch im Sport konnten Vereine und Profiklubs dabei begleitet werden, nachhaltige Beschaffung stärker in ihre Praxis zu integrieren und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig entstanden wichtige Orientierungsangebote, etwa zur Einordnung von Standards und Siegeln im Textilbereich.

Nachhaltige Beschaffung an Hochschulen stärken

In der Zielgruppe der Hochschulen wurden erste Schritte unternommen, Nachhaltigkeitskriterien systematisch in Beschaffungsprozesse zu verankern. In Kooperation mit Fairtrade Deutschland wurden dabei neben Textilien auch Lebensmittel in den Blick genommen und entsprechende Beratungsangebote umgesetzt. „Über das Projekt ‚Fair Wair Works‘ haben wir wertvolle Tipps und Beispiele zum Thema nachhaltige Beschaffung bekommen. Ein besonderer Glücksfall war die individuelle Hochschulbegleitung, die uns bei der Überarbeitung unserer Beschaffungsrichtlinie geholfen hat.“, reflektiert Fabian Sennekamp, Nachhaltigkeitsmanager der Zeppelin Universität Friedrichshafen, die Zusammenarbeit.

Erfolgsfaktor: Austausch und Praxisnähe

Der Erfolg des Projekts lag insbesondere im Zusammenspiel aus fachlicher Expertise, Austausch auf Augenhöhe und konkreten Handlungsansätzen. Die Erfahrungen zeigen: Veränderung entsteht dort, wo Akteur*innen befähigt werden, ihre Handlungsspielräume aktiv zu nutzen und eigene Prozesse weiterzuentwickeln.

Ausblick: Transformation weiterführen

Gleichzeitig bleibt die öko-soziale Transformation eine langfristige Aufgabe. Steigende Kosten, begrenzte Ressourcen und komplexe Entscheidungsstrukturen erschweren vielerorts die Umsetzung. Mit Blick auf das Projektende am 30. April 2026 rufen FEMNET e. V. und der Global Nature Fund dazu auf, nachhaltige Beschaffung weiter zu stärken und als festen Bestandteil verantwortungsvollen Handelns zu verankern. Die im Projekt entstandenen Materialien und Leitfäden stehen auch über das Projektende hinaus zur Verfügung und bieten eine Grundlage, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

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